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13. Dezember 2016

Pop Up!

Am Begriff „Pop Up“ kommt man seit Jahren nicht mehr vorbei – und damit sind nicht ungewollt öffnende Fenster im Browser gemeint. Ursprünglich kommt die Verwendung des Begriffs in der Form, wie wir sie heute kennen, aus dem Einzelhandel – und einer der ersten Pop Up Stores war wohl The Ritual Expo 1997 in Los Angeles, wo für einen Tag verschiedene Marken in einer besonderen Location ihre Waren verkauften.

Charakteristisch für einen Pop Up Store ist, dass eine andere als die eigentliche Verkaufsfläche genutzt wird, dass der Verkauf nur für einen – meist kurzen – Zeitraum stattfindet und dass die Ware meistens speziell dafür ausgewählt ist.

Das hat auch viel mit Zwischennutzung zu tun, ein Wort, das ebenfalls immer häufiger zu hören ist. Kurzzeitig frei werdende Flächen werden genutzt, so lange sie nicht weiter langfristig vermietet werden, bevor sie umgebaut oder gar abgerissen werden. Längst wird das Prinzip Pop Up aber nicht mehr nur von kleinen unabhängigen Läden umgesetzt, auch große Marken probieren neue Ideen und sprechen neue Zielgruppen für einen begrenzten Zeitraum an.

So entstehen vor allem in Städten spannende Konzepte an Orten, die eigentlich nicht typisch für diese Art von Geschäften sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die Temporary Concept Mall Fluxus in Stuttgart – hier wird eine einst luxuriöse, zuletzt aber fast komplett leerstehende Einkaufspassage mitten in der Stadt zunächst für zwei Monate, nach einigen Verlängerungen aber für insgesamt vier Jahre von kleinen Boutiquen, Art Stores und Cafés genutzt, die sich eine normale Miete in dieser Lage nicht leisten könnten. Ein stetiger Wechsel der Mieter ist hier Teil des Konzepts, und so bleibt das Konzept Pop Up auch über einen längeren Zeitraum spannend.

Doch es gibt nicht nur Pop Up Stores – inzwischen wurde die Idee Pop Up für alle möglichen Konzepte übernommen. Es gibt Pop Up Galerien, Pop Up Cafés, Pop Up Redaktionen, Pop Up Werkstätten. Lidl hat in London ein Pop Up Restaurant eröffnet und in Berlin stand eine Pop Up Kirche – als aufblasbares Modell dazu im wahrsten Sinne des Wortes.

Auch in die heutige Arbeitswelt passt das Konzept Pop Up: Denn die Ansprüche von Kunden und Mitarbeitern verändern sich, und moderne Kommunikationstechnik schafft ungeahnte Möglichkeiten. Beim Schweizer Start-Up PopupOffice kann man über eine App Arbeitsplätze und Meetingräume in über 100 Shared Office Spaces in der ganzen Schweiz mieten – sozusagen als Pop Up Arbeitsplatz.

Firmen und Agenturen eröffnen Pop Up Büros in anderen Städten oder projektbezogen an besonderen Orten – immer mit dem Fokus auf besondere Orte, einen speziellen Nutzungsort und einen begrenzten Zeitraum.

Dass aber eine ganze Agentur in ein Pop Up Office zieht – das gab es wahrscheinlich noch nie. pulsmacher wagt das Experiment und zieht für ein Jahr in ein ehemaliges EnBw-Verwaltungsgebäude, um auszuprobieren, wie New Work zu pulswork werden kann.